Jürgen Münzner
Birkenweg 24
18565 Kloster / Hiddensee
Telefon: 038300 50084
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Wer die Insel Rügen durchwandert, dem werden die zahlreichen, mitten im Ackerfelde liegenden, busch- und baumbestandenen Hügel nicht entgehen, die ihm jeder Befragte als Hünengräber bezeichnet. Dieselben werden von den Rügianern mit Ehrfurcht betrachtet, geschont und erhalten.
Sind sie doch die einzigen Berichterstatter aus jenen vergangenen Jahrtausenden, da zuerst Menschen nach der Eiszeit sich hier niederließen.
Sie erzählen uns dass diese Steinzeitmenschen schon in gewissem Sinne Landwirtschaft trieben, indem sie mit dem 1/2 Meter langen Steinpfluge die Ackerkrumen aufrissen, dass sie die geernteten Frucht in den Handmühlen, ausgehöhlten Steinen, mittels eines runden Handsteines zerrieben. Sie überliefern die damals gebräuchlichen Geräte der Jagd und des Fischfangs: Die Lanzen- und Pfeilespitzen, Dolche und Messer, welche aus den hier so zahlreichen Feuersteinen mit großem Geschick geschlagen wurden. Sie geben uns durch die Urnen Kunde, von der wohl hauptsächlich von Frauen geübten Kunst der Gefäßbildnerei. Sie zeigen uns, dass die Menschen auch damals schon sich schmückten z. B. mit Halsgehängen aus Tierzähnen, Muscheln und Bernsteinstückchen. Sie lassen uns auch einen Blick tun in das
Gefühlsleben unserer Vorfahren aus jener grauen Vorzeit. An einen Fortleben nach dem Tode glaubten sie; das beweisen die Waffen und Schmuckgegenstände die man dem Toten mitgab, die Tongefäße, die mit Speise und Trank gefüllt in das Grab gesetzt wurden, vor allem aber die gewaltigen Grabbauten, die Hügel- oder Steinkistengräber. Die Hügelgräber umschließen in einem mit Erde beschütteten Gewölbe die Leiche oder die Urnen. Am meisten fallen die Hünenbetten (Dolmen) auf. Sie bestehen aus zwei Reihen senkrecht über der Erde aufgestellter Steinblöcke. Kopf und Fußende sind durch einen Riesenstein geschlossen. In der Mitte dieses Aufbaus befand sich das eigentliche Grab mit der Leiche. Das ganze wurde mit einem oder mehreren Steinplatten bedeckt. Häufig aber baute man auch sogenannte Steinkisten in die Erde hinein aus vier, an den Innenseiten glatten, außen rauhen Steinen. Zuweilen ragte der Deckstein etwas über die Oberfläche hervor. Als in späterer Zeit der Leichenbrand
an die Stelle der Beerdigung trat, wurden die Urnen mit den Leichenbrandresten hineingesetzt, nach dem man zuvor in vielen Fällen auch den Boden der Kiste mit Steinen ausgelegt hatte.
Das größte Hünengrab Rügens ist der Dubberworth, 1 km südwestlich von Sagard; zahlreich findet man solche bei Ralsnick in der Stubbnitz, zwischen Rambin und Samtens u.a.m.
Die Burgwälle stammen aus der Wendenzeit, der Geschichtsforscher erkennt jedoch nur den auf Arkona, dem Rugard und dem Schlosswall bei Garz als historisch an, und von den Opfersteinen gilt nur der von Quoltiz allgemeinen als echt, während die Sagen, welche so viele andere Stätten Rügens namentlich den Herthasee und die Herthaburg bei Stubbenkammer mit den nahe liegenden Opfersteinen umwoben, als historisch unhaltbar verworfen werden.
Wer sich für die Sagen Rügens be
sonders interessiert, dem seien folgende Werke zur Lektüre empfohlen: U. Haas Rügensche Sagen und Märchen, Stettin 1904; U. Jahn, Volkssagen aus Pommern und Rügen, Berlin 1840; K. Strecker, Sang von Mönchgut, Bergen 1890; Ed. Hoffmann, die Rugardsage, Epos in 10 Gesängen, Stettin 1905, U. Schusters Verlag.
Hünengrab Riesenberg - Großsteingrab Riesenberg
Nobbin ist durch das Riesenberg genannte Hünengrab bekannt. Nobbin ist ein Ortsteil der Gemeinde Putgarten auf der Halbinsel Wittow, Ostseeinsel Rügen. Das nur aus wenigen Häusern bestehende Dorf Nobbin liegt zwischen der Straße von Altenkirchen nach Arkona und der Tromper Wiek. Durch die Lage zwischen dem Kap Arkona und dem langen Strand der Schaabe ist Nobbin vom Tourismus geprägt.
Das aus Megalithen bestehende Hünengrab entstand in der Jungsteinzeit. Das Hünengrab Riesenberg ist eines der interessantesten und größten Steingräber in Norddeutschland. Es liegt am Hochuferweg nur wenige Meter von der Steilküste der Tromper Wiek entfernt.
Das Hünengrab ist 34 Meter lang und 8 bis 11 Meter breit. An der Nordostseite der trapezförmigen Grabanlage befanden sich zwei Grabkammern, von denen eine gut erhalten ist. An der Südwestseite ragen zwei für Großdolmen typische Wächtersteine mehr als drei Meter empor. Bei Ausgrabungen in den 1960er Jahren wurden drei querschneidende Pfeilspitzen, eine Klinge, Gefäßscherben und Knochenfragmente aus der Jungsteinzeit gefunden.
In der nördlichen Grabkammer wurden Reste einer späteren Urnenbeisetzung aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Zwischen den großen Wächtersteinen an der Südwestseite kamen Keramikscherben aus der Slawenzeit und eine arabische Silbermünze aus dem 9. Jahrhundert zum Vorschein. Dies zeigt, dass der Riesenberg von Nobbin über Jahrtausende hinweg für die Inselbewohner von großer Bedeutung war.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Zum Landkreis Rügen gehören die Insel Hiddensee und die Insel Rügen mit der Kreisstadt Bergen sowie Putbus, Sassnitz, Garz, sowie die Ostseebäder Binz, Sellin, Göhren, Baabe und Thiessow. Im Norden von Rügen findet der Besucher das Kap Arkona.
Auf der Halbinsel Jasmund befindet sich der Nationalpark Jasmund mit dem Rügener Kreidefelsen. Das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl zeigt eine Ausstellung mit Multivisionskino und Informationen über den Nationalpark.
Die Westküste Rügens und der Bodden gehören zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, mit den Halbinseln Darß und Zingst sowie der Insel Hiddensee.
In Ralswiek finden von Juni bis September jeden Jahres auf der Naturbühne mit Wasser und Felsen die Störtebeckerfestspiele statt.
Oberhalb dieser Bühne findet der Besucher das Schloss Ralswiek.
Kap Arkona, eine 45 m hohe Steilküste aus Kreidegestein im Norden der Insel Rügen, auf der Halbinsel Wittow, bietet sowohl vom Land als auch vom Wasser aus die eindrucksvollste Aussicht der Insel Rügen.
Das Flächennaturdenkmal Kap Arkona ist mit dem Fischerdorf Vitt und der Gemeinde Putgarten ein beliebtes Ausflugsziel.
Am Kap Arkona findet der Besucher zwei Leuchttürme, einen Peilturm, die slawische Jaromarsburg und Souvenirläden.
Der ehemaliger NVA-Bunker befindet sich westlich der beiden Leuchttürme.
Einige hundert Meter westlich von Kap Arkona befindet sich der nördlichsze Punkt Rügens - der Gellort. Untehalb des Gellort liegt der Siebenschneiderstein (Plattdeutsch Söbenschniedersteen) ein 165 t schwere Findling.
Die Wittower Fähre überqueren den Durchstich bei Wittow.
Entsprechend Jahreszeit und Tourismussaison verkehrt die Wittower Fähre tagsüber von der Halbinsel Wittow zum Kern der Insel Rügen.
Zur Wittower Fähre gelangt über die 10 km lange Schaabe, ein Waldgebiet von landschaftlicher Schönheit, mit idyllischen Ortschaften zwischen Glowe und Juliusruh. Das Windland Wittow ist die nördlichste Halbinsel der Insel Rügen. Nach der Eröffnung der 750 mm-Schmalspurbahnstrecke der Rügenschen Kleinbahn (RüKB) am 21.12.1896 Bergen–Trent–Wittower und Fähre–Wiek–Altenkirchen begann der regelmäßiger Fährverkehr mit den 1896 und 1911 in Stettin gebauten Fährschiffe "Wittow" und "Bergen".Die beiden Fährschiffe trajektierten je drei Waggons oder eine Dampflokomotive.
Nach der Stillegung der Strecke Wittower-Fähre Fährhof–Altenkirchen am 10.09.1968 wurden nur noch Fußgänger und Autos mit der Fähre transportiert.
Damit endete der Betrieb der einzigen mitteleuropäischen Kleinbahnfähre.
Nach dem Bau moderner und breiter Fähranleger wurde 1996 das neue Fährschiff Wittow in Dienst gestellt.
Quellenangaben:
Wikipedia die mit Hilfe eines Wikis in Gemeinschaftsarbeit erstellt freie Enzyklopädie.
"Topographische und geschichtliche Notizen"
Arthur Schuster's Führer durch die Insel Rügen Seite 4-5
mit einer Reisekarte der Küsten und Dampferlinien und fünf Spezialkarten
von Gustav Müller - Kartograph beim großen Generalstab
9. Auflage 21.-25. Tausend
Verlag von Arthur Schuster - Stettin 1905-1906
*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der letzten 100 Jahre, durch 2 Weltkriege, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.
huenengrab-lancken-granitz
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Kloster / Hiddensee / Rügen, 16.01.2008 16:20:25 Uhr
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