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Ernst Moritz Arndt

Ernst Moritz Arndt Haus in Groß Schoritz auf Rügen

Ernst Moritz Arndt, deutscher Dichter, Revolutionär und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung wurde am 26.12.1769, zwischen dem Siebenjährigen Krieg und der Französischen Revolution, in Groß Schoritz auf Rügen in Schwedisch-Pommern geboren und am 29.1.1860 in Bonn gestorben.

Sein Vater,Ernst Moritz Arndt Museum in Groß Schoritz auf Rügen Ludwig Arndt, hatte sich am 28. März 1769 für 80 Taler aus der Leibeigenschaft des Grafen Malte zu Putbus freigekauft und arbeitete bis zur Geburt seines Sohnes als Inspektor auf dem Gute des Grafen Malte zu Putbus.
1776 wurde Ludwig Arndt Pächter von Dumsevitz und Ubechel auf Rügen, weitere Güter wie Löbnitz kamen später dazu. Der wirtschaftlich erfolgreiche Vater ließ seinen als freien Menschen geborenen Sohn Ernst Moritz nach dem Unterricht durch Hauslehrer unterrichten und von Februar 1787 bis 1789 das Gymnasium im Stralsunder Katharinenkloster besuchen.

Ab Mai 1791 studierte er an der Universität Greifswald, die seit 1933 seinen Namen trägt, später in Jena, auser evangelischer Theologie, Geschichte, Erd- und Völkerkunde auch Sprachen und Naturwissenschaften.

Nach seiner Kandidaten- und Hauslehrerzeit bei Gotthard Ludwig Kosegarten reiste Ernst Moritz Arndt 1798/1799Ausstellung im Ernst Moritz Arndt Museum in Groß Schoritz auf Rügen nach Österreich, Oberitalien, Frankreich, Belgien und Norddeutschland. Ernst Moritz Arndt schilderte seine Erlebnisse in den Schriften "Reise durch Schweden", "Bruchstücke einer Reise durch einen Teil Italiens", "Reise durch einen Teil Frankreichs" und "Reisen durch einen Teil Deutschlands, Ungarns, Italiens und Frankreichs" (Leipzig 1804).

Im April 1800 habilitierte sich Ernst Moritz Arndt in Greifswald in Geschichte und Philologie mit einer Schrift, in der er sich gegen Jean-Jacques Rousseaus Ideen wandte. Ernst Moritz Arndt heiratete Charlotte Marie Quistorp, die Tochter von Professors Johann Quistorp, die kurz nach der Geburt ihres Sohnes Karl Moritz an Kindbettfieber verstarb. Am 22.4.1800 bat Ernst Moritz Arndt die Universität Greifswald um die Lehrerlaubnis für Geschichte und Philologie, die ihm am 5.5.1800 vom Generalgouverneur und Universitätskanzler Hans Henrik von Essen erteilt wurde. Diesem widmete er 1803 "in Liebe und Gehorsam" seinen "Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen". 1801 wurde Ernst Moritz Arndt Privatdozent an der Universität Greifswald und erhielt am 11.4.1806 eine außerordentliche Professur an der Insel Rügen - Pferde auf Koppel, philosophischen Fakultät in Greifswald.

für die schwedische Regierung  arbeitete Ernst Moritz Arndt 1805 eine Verordnung über die Errichtung einer Landwehr in Schwedisch-Pommern aus, die am 30.4.1806 in Kraft gesetzt wurde. Ab Sommer 1806 war Ernst Moritz Arndt mehrfach für die Regierung tätig. Er geriet in Stralsund mit dem schwedischen Offizier Gyllensvärd aneinander und duellierte sich am 12.7.1806 mit diesem, dabei wurde Ernst Moritz Arndt von einer Pistolenkugel verwundet. Durch seine Schrift als "Franzosenhasser" bekannt, musste er nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt vor den Truppen Napoleons nach Schweden flüchten und traf am 26. Dezember 1806 in Stockholm ein, wo er den zweiten Teil von "Geist der Zeit" schrieb, der 1809 in London erschien der versuchte Wege aus der "fremdherrschaftlichen Bevormundung Deutschlands" zu zeigen. Arndt arbeitete in Schweden an der Übersetzung des schwedischen Gesetzbuches zur Einführung in Schwedisch-Pommern.

Ernst Moritz Arndt Rasender Roland - Dampflok-Schmalspurbahn auf Rügen, von Putbus über Binz und Baabe nach Göhrenbewunderte den Kampf Ferdinand von Schills in Stralsund und betrachtete ihn als Helden. Der Sturz Königs Gustav IV. Adolf von Schweden bewog Ernst Moritz Arndt 1809, sein Asyl zu verlassen und illegal nach Deutschland zurückzukehren, wo er zunächst bei seinen Geschwistern auf dem Land lebte und dann nach Berlin zum Verleger Georg Andreas Reimer ging, der Ihn in einen Kreis von Patrioten eingeführte, zu denen auch seine früheren Schüler Friedrich Ludwig Jahn, Hermann von Boyen, August Neidhardt von Gneisenau und der Theologe Friedrich Schleiermacher gehörten.

1812 reiste Ernst Moritz Arndt über Prag nach Sankt Petersburg, auf eine Einladung des Freiherrn vom Stein, der in ihm einen Gefährten zur Unterstützung des deutschen Nationalbewusstseins gegen die französische Fremdherrschaft fand. Ernst Moritz Arndt wurde sein Privatsekretär. Ernst Moritz Arndt publizierte in dieser Zeit die meisten seiner patriotischen Lieder und Gedichte, Gegenschriften und Widerlegungen französischer Veröffentlichungen und Berichte. Auch zum Briefwechsel mit England Fischer auf Fischerboot an der Küste von Rügenund Deutschland, besonders betreffs einer russisch-deutschen Legion, sowie einer Koalition Englands mit Russland wurde er herangezogen.


Ernst Moritz Arndt kämpfte gegen das Leibeigentum und erreichte die Abschaffung der Leibeigenschaft in schwedischen Pommern.
Ernst Moritz Arndts Mobilisierung gegen Napoleon weckte das deutsche Nationalgefühl.

Durch Ernst Moritz Arndts Schriften und Anregungen entstanden in Gießen, Heidelberg und Marburg, Vereinigungen aus denen sich später die Burschenschaften entwickelten. Ernst Moritz Arndt war einer der Mitbegründer der christlichen Wingolf-Verbindungen.

Ernst Moritz Arndts Lied "Was ist des Deutschen Vaterland?" war lange Zeit die inoffizielle Hymne der deutschen Einigungsbewegung. Ernst Moritz Arndt war 1848/1849 Abgeordneter und Alterspräsident der Deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche.

Die antifranzösische Propaganda, sein Nationalismus und die scharf antisemitischen Meinung von Ernst Moritz Arndt inspirierten noch lange nach seinem Tod die reaktionäre Kräfte in Deutschland und Österreich.
Der Nationalsozialismus betrachteten Ernst Moritz Arndt als einen seiner Vorkämpfer. In der DDR wurde Ernst Moritz Arndt als Kämpfer gegen Feudalismus und Garant der Freundschaft mit Russland verehrt.

Öffnungszeiten Ernst Moritz Arndt Haus:
Täglich außer Sa und So von 10 bis 16 Uhr

Quellenangaben:
Wikipedia die freien Enzyklopädie


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